Maszewo

Die Gemeinde und die Stadt Maszewo liegen in der Zachodniopomorskie Wojewodschaft (Westpommern) östlich von Szczecin, an der Kreuzung der Verkehrsstraßen nach Goleniów, Nowogard und Stargeard Szcecinski. Die Gemeinde nimmt die Fläche von 210 km² ein und die Einwohnerzahl beträgt über 8300, feste Stadteinwohner gibt es fast 3100. In der Gemeinde wohnen dagegen in 24 Schulzenämter über 5000 Einwohner. 


Nach den Suggestionen der Archäologen gehen die ältesten Spuren der Ansiedlung in Maszewo auf das 10. Jahrhundert zurück und traten wahrscheinlich in der Nähe der heutigen Stadt, auf einer Anhöhe von circa 0,5 Kilometer westlich vom Zentrum, auf dem Gebiet, das „Góra Zamkowa“ (Burgberg), genannt wird, auf. Auf dieser Anhöhe wurde den Festlegungender Historiker gemäß eine große frühmittelalterliche Burg lokalisiert. Der Name Maszewo erschien in den schriftlichen Überlieferungen zum ersten Mal im Jahre 1232. Am 27. April 1278 verlieh der Bischof von Kamien Herman der Stadt 100 Bodenhufen und 30 Wiesenhufen, sowie das Lübecker Recht. Es wurden auch das Stadtgebiet und die Stadtgrenzen festgelegt.

 

Maszewo ist ein sehr schönes Städtchen, das in Register historischer Denkmäler eingetragen wurde. Nur wenige Ortschafen erhielten ganz (es ist so in Maszewo) ihr historisches Städtebausystem und Architektur.

Sehenswert in Maszewo sind die folgenden historischen Denkmäler:

 

Diese Kirche wurde vom 4. Jahrhundertviertel des 13. Jahrhunderts bis zur Mitte der
15. Jahrhunderts gebaut. Die Kirche ist ein gotischer Bau mit charakteristischen Formen für die Architektur der städtischen Pfarrkirchen in Westpommern. Die Formen einer mittelalterlichen Kirche wurden in zwei Bauetappen gestaltet. In der ersten Stufe, die auf das Ende des
13. Jahrhunderts fiel, wurde der Bau eines steinernen Turmes und des Körpers begonnen. Der Bau wurde vor dem Jahr 1358 abgeschlossen, weil damals die Pfarrkirche geweiht wurde. In der zweiten Stufe, in der Hälfte des 15. Jahrhunderts erfolgte ein Umbau des Schiffkörpers, dessen steinerne Mauern durch Ziegelsteine ersetzt wurden und man den Innenraum mit den Stergewölben bedeckte.

 

Die am Stadtumfang erhaltene Stadtmauer wurde aus Granit- und Ziegelstein um die Wende des
13. zum 14. Jahrhundert gebaut. Den Befehl die Stadt durch gemauerte Befestigungen zu umgeben, erteilte 1286 der Bischof Herman aus Kamien. Die äußeren Mauerlinien schützen zusätzlich Erdwälle und ein Festungsgraben, der im 15. Jahrhundert bedeutend vertieft wurde.

An einem der beiden Tore wurde eine runde Bastei, die später „Fränzösische“ genannt wurde errichtet. In den Jahren 1784-1785 wurden der Festungsgraben und die Wälle abgeschafft und es wurde das Gebiet ausgeglichen, damit dort Gärten angelegt werden konnten. Im Jahre 1838 wurden die vorderen Teile der Tore abgerissen und 1854 wurde an der äußeren Linie des ehemaligen Festungsgrabens eine Randstraße markiert. Im Jahre 1868 wurden auch wegen des Baus neuer Straßen die inneren Tore und ein Teil der Basteien abgerissen. In diesem Zustand überdauerten die Mauern bis auf unsere Zeiten.

 

Die zurzeit vorhandene Kirche wurde 1490 von der Familie Weiher aus Maszewo gestiftet. Die Kapelle wurde am Ort einer älteren hölzernen schon in den Überlieferungen 1303 erwähnten
H1. Katharinen - Kapelle gebaut. Diese Kapelle war als eine Krankenhauskirche mit tätig.
An ihrer Stelle wurde eine neue Krankenhausanlage errichtet, die vom Baumeister Dames aus Satargard 1735 realisiert wurde. Das Krankenhaus wurde mehrmals umgebaut und 1840 aufs Neue gebaut. Die ganze Anlage gab es bis zum Jahr 1945, als sie zerstört wurde. Ein Überrest der Kapelle wurde in den Jahren 1981-1983 wiederaufgebaut und zu den Zwecken einer Filialkirche bestimmt.

 

Das Rathaus steht in der Bebauung des mittleren Teiles des Marktes mit einer in östliche Richtung gerichteten Fassade. Das zurzeit vorhandene Gebäude wurde in den Jahren
1821-1827 nach dem Projekt des Meisters Lawerent an der Stelle des älteren Baues, sicherlich aus dem Mittelalter erbaut. Das Gebäude wurde in der 1. Hälfte des 17. Jahrhunderts zerstört, kurz danach in einer bescheidenen Form eines Ziegelgebäudes wiederaufgebaut. Am Anfang des
19. Jahrhunderts wurde es umgebaut und kurz danach abgerissen und aufs Neue errichtet. Die bis heute erhaltene Form gewann das Rathaus im Jahre 1920, als das Dachgeschoss erhöht wurde.

 

Der Park und da darin stehende Denkmal befinden sich nördlich vom ehemaligen Sitz eines Landesherrlichen Gutes, auf dem Gebiet einer durch Sümpfe und Wasser umgebenen Insel. Hinter der Insel befand sich der Sitz der Schützengilde, der auf der Mitte des 19. Jahrhunderts zurückzuführen ist und 1945 zerstört wurde. Im Jahre 1926 baute der Stadtrat von Maszewo auf diesem Gebiet ein Denkmal zu Ehren der Gefallenen im 1. Weltkrieg. Im Jahre 1993 wurde dieses Objekt von den Stadtbehörden von Maszewo unter Mitwirkung der Deutschen renoviert und in der deutschen Sprache eingebaut: „Für friedliches Zusammenleben (zu Ehren der deutschen und polnischen Opfer der Weltkriege 1914-1918, 1939-1945, zur Wahrung und Versöhnung der Lebendigen) errichtet 1926 in Maszewo/1993 renoviert in Maszewo unter deutsch - polnischer Mitwirkung.“

 

Einen wichtigen Gemeindevorteil bilden ihre touristischen Eigenschaften und vor allem: abwechslungsreiche und ökologisch reine Landschaft, Mischwälder sowie Nachbarschaft des Urwaldes Goleniów. Ein Reichtum sind reine (Reinheitsklasse II) und an Fischen reiche Seen (insgesamt 127 ha) sowie Wälder als Standorte vieler unter Schutz genommener Tiere und Vögel, sowie Gebiete mit Denkmalbaumschaustücken. Ein großer Vorteil ist auch die Tatsache, dass hier für Umwelt keine lästigen Industriebetriebe funktionieren.

 

Riesige Gebiete sind hervorragend für Fuß- und Fahrradtouristik geeignet.

Es gibt bei uns die Fahrradstrecke „Flachebene Nowogard“ mit der Länge von
122 Kilometern, welche durch Gelände der Gemeinden: Nowogard, Osnia, Mazewo und Dobra verläuft. Ihre Trasse führt in einem sehr abwechslungsreichen Gelände und sichert mannigfaltige Eindrücke. Die Fahrradtouristikliebhaber finden dort bestimmt etwas Interessantes für sich: wilde Naturecken, viele wertvolle Hofparks, versteckt in Waldkomplexen, in ehemaligen hundert Jahre alten Hofparks und die Verkehrsstraßen entlang. Auf der Reise durch Städtchen und Dörfer entdecken wir gotische gemauerte weltliche Objekte, Fachwerkkirchen, Holzglockentürme, Stadtverteidigungsmauern mit Basteien, alte Kleinpaläste mit Altbaumbeständen, Naturdenkmäler und Findlinge.

 

Von Öffnen der Gemeinde auf Kontakte mit Außenpartnern zeugt die sich gut entwickelnde Zusammenarbeit mit der Stadt Mölln bei Hamburg. Die Idee für Anknüpfen der
polnisch-deutschen Zusammenarbeit ist im Monat Juli 1991 aufgetaucht und wurde durch den Verein der Landsleute aus der Stadt Massow und der Umgebung initiiert, welche ehemalige Einwohner Maszewo waren. Am 11. und 12. Januar 1993 fand ein wichtiges Treffen der Verwaltungsorgane beider Städte statt, dessen Ziel war: Ausarbeiten einer Partnerschaftsvereinbarung, sowie Abstimmung von Einzelheiten betreffend Renovierung des Denkmals, gewidmet den während der Kämpfe um Verteidigung dieser Gebiete gefallene Opfer aus dem 1. und 2. Weltkrieg. Ergebnis des Treffens war die Unterzeichnung am
25. September 1993 des Abkommens über Partnerschaft zwischen den Städten Mölln und Maszewo. Der Abkommenunterzeichnungsakt war mit feierlicher Enthüllung des restaurierten Denkmals verbunden. Die Zusammenarbeit beider Städte basiert auf Kontakten, gemeinsamen Treffen und Austausch von Erfahrungen in verschiedenen Disziplinen, wie:
Kultur, Sport, Touristik, Bildung und sie wird immer wieder entwickelt. Es wird auch Schuljugendaustausch organisiert, wodurch nicht nur Sprachbarrieren, aber auch staatliche Grenzen verschwinden.

 

Im Kulturhaus Maszewo funktioniert seit 2002 das Theater „Schrei“. Das Theater bemüht sich, Probleme des Menschen, seine Verwirklichungen beim Zusammenstoßen mit Weltwirklichkeit und mit seinem Lebensraum zu berühren. Zu den größten Theatererfolgen kann man die ersten Plätze auf viel theatralischen Festivals in Polen und im Ausland.

Dynamisch funktioniert der historische Interessenzirkel, welcher Jugend sammelt, die sich für die Gemeindegeschichte interessiert. Die Enthusiasten beschäftigen sich hauptsächlich mit Gewinnen von Gegenständen, die aus Maszewo stammen bzw. mit Maszewo – Geschichten verbunden sind. In der Gedenkstube, gegründet in Kellerräumen des Kulturzentrums Maszewo, befindet sich eine beträchtliche Sammlung von Bildern und Gegenständen, welche manchmal sogar aus dem Mittelalter stammen. Eines großen Interesses erfreut sich die Makette der Stadt Maszewo aus der Zeit vor 1945, ausgeführt von Mitgliedern des historischen Zirkels.

Im Gemeindegelände werden alljährlich viele interessante Kulturveranstaltungen organisiert,
u.a. Johannis-Nacht zusammen mit dem Happening „im Schloss“, verbunden mit Legende über Maszewo. Am Abend werden traditionell Kränze am Maszewskie-See auf das Wasser angebracht. Die „Ausstellung nicht professioneller Schöpfer“ (Malerei, Skluptur, Handwerk, bildene Kunst in Metall u.ä.) sammelt Jahr für Jahr immer größere Anzahl der Künstler und zieht eine erhebliche Menge an Besuchern an.

 





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