Allgemeines

 

Kunst als Brücke der Erinnerung für eine Stadt – ein Beitrag zu ihrer Identitätsstiftung

 

(Von der Entstehung, Entwicklung und Liquidation des Loitzer Kunstvereins e. V.)

 

Im Frühjahr des Jahres 2007 fand zwischen der Künstlerin Frau Prof. Barbara Camilla Tucholski und dem Bürgermeister Herrn Dr. Johannes Winter ein Gespräch über die Kunst als Mittel der Erinnerung und Identitätsstiftung für die Stadt Loitz statt. Daraus ist eine Interessengemeinschaft zwischen der Künstlerin Frau Prof. Barbara Camilla Tucholski, dem Künstler Peter-Sebastian Lange und dem Bürgermeister Dr. Johannes Winter entstanden.

Es entstand das erste große künstlerische Werk für die Stadt Loitz anlässlich des 60. Geburtstages von Frau Prof. Barbara Camilla Tucholski unter dem Titel „Schloss meiner Erinnerungen“. Diese Ausstellung wurde am 08. September 2007 eröffnet.

Ausgangspunkt der Ausstellung, die ein Kunstevent über mehrere Stadtteile darstellte, waren die Erinnerungen der Künstlerin Frau Prof. Tucholski an ihre Kindheit und die damit verbundenen Phantasien des Schlosses der Herzogin Sophie Hedwig, die im Mittelalter im Loitzer Schloss residierte. Ihr Elternhaus war künstlerisch vor dem Hintergrund seiner Geschichte aus dem vergangenen Jahrhundert gestaltet. Das Flair der 50er bis 70er Jahre war besonders künstlerisch verarbeitet worden. In einem Haus in der Greifswalder Straße waren Zeichnungen von Frau Prof. Tucholski zu sehen, die sie vor dem Hintergrund ihrer Eindrücke aus dieser Straße geschaffen hatte. Es war, als ob die Zeit stehen geblieben wäre. Ein besonderer Event war die künstlerische Gestaltung der ehemaligen durch den Konzern Emlichheim verlassenen Stärkefabrik durch Herrn Peter-Sebastian Lange. Mit einer Gruppe von Künstlern und Studenten führte er eine Multi-Media-Show durch, die an die Stärkefabrik und an die Geschichte der Stadt erinnerte.

Dieser Kunstevent hat so großen Anklang gefunden, dass im Anschluss an eine Beratung mit

Frau Prof. Tucholski, Frau Prof. Dr. von Berswordt-Wallrabe und dem Bürgermeister die Idee entstand, einen Kunstverein zu gründen und weiterzumachen, um für die Stadt die Möglichkeit einer neuen Entwicklung durch Begegnung mit der Kunst und eine Öffnung nach außen zu bewirken. So wurde zu Beginn des Jahres 2008 der Loitzer Kunstverein gegründet. Herr Paul Zaun schenkte dem Verein das Schützenhaus, welches so dem Zugriff rechtsradikaler Gruppen aus Anklam entzogen wurde, die bereits durch den Mieter für dieses Haus interessiert waren. So war der Verein nicht nur arbeitsfähig gegründet worden, sondern hatte auch entsprechende Räume, über die er verfügen konnte.

Schon bald danach fanden die Vorbereitungen für den ersten Kunstevent des Vereins, die

1. Loitzer Peeneaale statt. Die Grundideen für diesen Event und deren Gestaltung wurden von Frau Prof. Tucholski, dem Künstler Peter-Sebastian Lange und Prof. Mike Hentz mit ihren

Studenten gestaltet. Namhafte Künstler aus dem In- und Ausland waren beteiligt. Die Eröffnung fand am 21. Juni 2008 am Hafen statt. Der Kölner Performance-Künstler Frank Bölter fuhr auf seinem Papierboot im Hafen ein. Es schloss sich die so genannte Ratteninsel an, die künstlerisch von der Studentin Martina Stein gestaltet wurde. Im Anschluss besichtigte man im so genannten alten Reiterhof Gemälde von Frau Prof. Tucholski, gestaltet mit der Assistenz der Kunststudentin Jasmin Schaffer. Es waren Kopien alter Gemälde auf die Schatten der Bilder künstlerisch projiziert, die so für die Lebenszeit des Gebäudes erhalten bleiben. Zentraler Veranstaltungsort des Events war das ehemalige Schützenhaus, das heutige Künstlerhaus, welches in einer phänomenalen Multi-Media-Show „Haus als Organismus“ von Mike Hentz und Peter-Sebastian Lange gemeinsam mit Studenten und Künstlern aus aller Welt gestaltet wurde.

Die gesamte Woche der Peeneaale beinhaltete noch zahlreiche Highlights. So war von Frau Isabella Mamatis die „Lange Tafel“ zu sehen, ein Projekt bei dem Schüler Senioren befragen und durch Zeichnungen ihre Erinnerungen darstellen. Vorträge zur Geschichte der Stadt Loitz, künstlerische Darstellungen aus der Musik, ein Vortrag über die Kunst der 50er Jahre sowie vieles andere mehr waren zu sehen.

Der Event fand nicht nur in der regionalen, sondern auch in der überregionalen Presse, so auch in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Beachtung. Eine Veröffentlichung im Buch „Zukunft erfinden“ widmet sich ausführlich der vielfältigen Arbeit des Loitzer Kunstvereins bezüglich der Förderung des kulturellen Engagements der Loitzer und regionalen Bevölkerung.

Noch im Oktober desselben Jahres fand dann eine künstlerische Fotoausstellung der Künstlerin Ina Weißflog statt. Unter dem Slogan „Schwärme und Säle“ stellte sie Fotos von Räumen, die abstrahiert waren, aus unterschiedlicher Perspektive dar.

 

Im April des Jahres 2009 bis zum Mai zeigte Herr Michael Kress seine Ausstellung zum Thema „Wie entsteht ein Bild“. Er stellte die Entstehung eines Bildes durch Zeichnung, Ton und visuell dar. Von den ersten Strichen bis hin zu den Gestaltungselementen und Toneindrücken war ein geschlossener Kreis zu sehen.

Sonja Rolfs gestaltete im Juni und Juli eine Ausstellung zu beleuchteten Räumen mit Spiegelreflex. Unterschiedliche Figuren und Malereien wurden durch Spiegel wirklichkeitsgetreu widergespiegelt. Der Betrachter sieht entlang einer imaginären Achse in einen Raum, der einen ganz anderen Eindruck vermittelt, als die Wirklichkeit der dargestellten Gegenstände. Sonja Rolfs, eine Künstlerin, die in der DDR die Wende erlebt hat und die unterschiedlichen Bedingungen beider Gesellschaftsordnungen für Künstler kennen lernte und sich in beiden zurechtfinden musste. Das Künstlergespräch zu diesem Thema zwischen Ost und West war sehr interessant und vermittelte vor allem den Einblick, unter welchen Bedingungen ein Künstler nach seinem Studium zunächst zur Selbstfindung kommen muss, um seine eigene Darstellungsweise und Kunst zu finden. So fand nach jeder Ausstellung auch ein interessantes Künstlergespräch mit jedem Künstler statt.

Im September dieses Jahres wurde dann die 2. Peeneaale, wiederum ein künstlerisches

Highlight, durch unseren Kunstverein gestaltet. Gemeinsam mit der Christian-Albrecht-Universität zu Kiel, der Muthesius Kunsthochschule Kiel und der Hochschule für Bildende

Künste Berlin und mit vielen Loitzer Bürgerinnen und Bürgern wurde das Thema „Loitzer Leergut – Mehrweg und Bewegung“ künstlerisch, wissenschaftlich und alltagskulturell bearbeitet. Die Eröffnung am 05. September zeigte am alten Speicher ein Video, von der sich öffnenden und schließenden Peenebrücke, im Zusammenspiel mit dem fließen des Peenestroms von Johannes Maria Bienemann. Beeindruckend war ein Wasserstrahlwerk vom alten Speicher, welches unter Anleitung von Peter Tucholski gemeinsam mit der Feuerwehr unserer Stadt gestaltet wurde. Auf einem Boot, welches durch die geöffnete Brücke fuhr, war ein poetisch gestalteter Tango von Doreen und Bernd Engler zu sehen. Ein Brückengesang von Nadine Pöls ergänzte den Event. Florian Dürrkopf installierte an mehreren Orten der Stadt seine Raumfahrtstationen, z. B. auf dem obersten Balkon des Speichers. Man konnte ihn anrufen und erfahren, was er gerade sieht. Die Veranstaltung, die über eine Woche stattfand, bezog die gesamte Stadt künstlerisch mit ein. Leer stehende Läden wurden farbig angezeigt, ein Haus wurde historisch künstlerisch dargestellt, Betriebe der Stadt in ihrer früheren Produktion gezeigt, Vorträge und Videos zur Geschichte der Stadt wurden durch Herrn Ohlrich gezeigt. Unser Künstlerhaus diente nicht nur als Zentrale für Veranstaltungen, sondern beinhaltete auch verschiedene Ausstellungen von Künstlern der darstellenden und bildenden Kunst. Besonders beeindruckend war der Vortrag von Frau Prof. Dr. von Berswordt-Wallrabe von der Entstehung und dem Werden eines Kunstwerkes. Herr Dr. Däke würdigte den Loitzer Kunstverein vor dem Hintergrund der Geschehnisse in der Steuerpolitik des Bundes und hielt dazu einen interessanten Vortrag. Durch Herrn Dr. Rischer wurden historische Ausgrabungen  der Stadt dargestellt. An einem bunten Abend war Volkskunst, Tanz und Gesang zu sehen.

Auch die  „Lange Tafel“ wurde wiederum von Isabella Mamatis gestaltet. Künstleressen wurden durch spezielle Menüs mehrfach dargeboten. Einen Abschluss bildete ein Künstlerfrühstück
mit Organisatoren und geladenen Gästen. Dabei stellte Jörg Krause aus Drosedow unter der Überschrift „Nichts Spektakuläres - nur ein paar Gedichte“ seine lyrischen Werke vor.

Im Nachgang der 2. Peeneaale kam es gemeinsam mit Frau Steinfurth, einer

Kunsterziehungslehrerin, zur Gründung einer Kindermalschule. Hier sollen Kinder bereits für die künstlerische Arbeit motiviert werden. Als ehemalige Lehrerin versteht sie es außerordentlich gut, Kinder zum Malen und zum Gestalten zu bewegen und ihnen Sinn für Kunst zu vermitteln.

Am 30. Oktober war dann von der Künstlerin Elke Walford, in gemeinsamer Gestaltung mit Dirk Dunkelberg, eine Ausstellung „Scareways- Angstpfade“ zu Tunnelfotografien in Hamburg zu sehen. Die unterschiedlich beleuchteten Tunnelwege und Plätze hinterließen durch die künstlerisch gestaltete Fotografie einen gefühlsmäßigen tiefen Eindruck. Das im Anschluss stattfindende Künstlergespräch, welches Ende November im Künstlerhaus stattfand, brachte dies zum Ausdruck. Tiefgründige, philosophische, psychologische und künstlerische Aspekte wurden diskutiert.

Zum Auftakt des Jahres 2010 wurde am 17. Februar eine Ausstellung von Mike Strauch zum Thema „Countdown“ eröffnet, die Blumen und Landschaften künstlerisch gemalt darstellte.

Die in den Farben Grün, Weiß, Blau und Grau gestalteten Ölgemälde stellen das Natürliche und das Abstrakte so dar, dass der Betrachter von Ferne einen fantasievollen Eindruck bekommt, jedoch aus der Nähe exakte Zeichnungen erkennt, die die Fantasie unterschiedlich anregen. Einen Abschluss bildete auch hier ein interessantes Künstlergespräch.

In diesem Jahr hat die Kulturstiftung der Länder, Berlin zwei Stipendien für zwei junge polnische Künstler für einen Arbeitsaufenthalt in Loitz bereitgestellt, was als eine große Akzeptanz des Loitzer Kunstvereins bedeutet.

Vom 29. Mai bis 18 Juli fand dann eine Ausstellung in Nachgang der 2. Peeneaale mit Alina Kochanowski und Christine Vollmer von der Universität Kiel statt. Es wurden die Häuser der Stadt Loitz in verschiedenen Varianten aneinandergereiht dargestellt und künstlerisch bearbeitet. Dazu wurde ebenfalls ein Künstlergespräch geführt.

Es ist gelungen, zusammen mit einem Sponsor und der Kulturstiftung der Länder, zwei Stipendien für junge Künstler aus Osteuropa (Polen) für einen Arbeitsaufenthalt in Loitz zu gewinnen. Marciej Sarna aus Krakau und Marzena Nowak aus Warschau stellten vom 2. Juli bis 8. August ihre Werke aus, die Motive aus Loitz verarbeiteten. Daran an schloss sich eine Ausstellung vom 13. August bis 10. Oktober der Künstlerin Inge Mahn aus Berlin. Die „Blumen des Bösen“ wurden vom 15. Oktober bis 14. November von Ulrich Puritz, Professor am Caspar-David-Friedrich-Institut der Universität Greifswald, gemeinsam mit Studenten in einer Multimediashow präsentierte. Die „Lange Nacht der Kunst“  am 30.10.20120 war ebenfalls ein großer Erfolg.

Der Herbstsalon vom 17. bis 20. November beinhaltete eine Kunstmesse mit Künstlern des Vereins und der Region. Den Jahresabschluss bildete eine Ausstellung der Malerei von Miro Zahra vom 26. November bis 9. Januar 2011. Eine Gemäldeausstellung in verschiedenen Variationen sollte zeitgenössische Kunst darstellen.

Den Auftakt für das Jahr 2011 bildete eine Ausstellung von Bernd Engler, in der er vom

22. Januar bis 20. März kinetische Objekte zeigte. Daran an schloss sich eine Ausstellung von Hendri von der Putten zur Malerei und Fotografie vom 2 April bis 22. Mai. Eine Ausstellung zur Malerei und Fotografie war ebenfalls von Mathias Kanter vom 4. Juni bis 16. Juli zu sehen. Herr Knoefel stellte Malerei vom 30. Juli bis 2. Oktober aus. Am 29. Oktober wurde die Veranstaltung  „KUNST HEUTE“ gestaltet, wo wiederum Künstler der Region ausstellten und sich auch unsere Loitzer Kindermalschule beteiligte. Den Abschluss des Jahres bildete eine Ausstellung von Peter Tucholski zu Loitzer Geschichten, die im Dezember des Jahres zu sehen war.

Im Jahr 2011 gelang es, einen künstlerischen Leiter, Herrn Peter Tucholski, auf Sponsoren- basis anzustellen. Er organisierte und begleitete sachkundig unsere Ausstellungen und bereitete ein Projekt der Bundeskulturstiftung „Vereinte Vereine“ von Loitz vor. Dieses Projekt, welches von der Bundeskulturstiftung  aufgrund der bisher geleisteten Arbeit gefördert wurde, ist von unserem künstlerischen Leiter Peter Tucholski maßgeblich vorbereitet, mitgestaltet und durchgeführt worden.

Im Jahr 2012 wurde dieses Projekt gemeinsam mit der 2. Peeneaal durchgeführt.

Unser Verein hatte inzwischen 60 Mitglieder. Über 20 Vorstandssitzungen und 7 Mitgliederversammlungen haben stattgefunden. Umfangreiche Zusammenarbeit mit der Christian-Albrecht-Universität, mit Künstlern aus dem In- und Ausland sowie der Region kennzeichneten unsere Arbeit. Die Presse auf Bundes- und Landesebene hat über unsere Arbeit berichtet. Auch in der lokalen Presse sind wir häufig vertreten.

 

Das Jahr 2012 stand ganz im Zeichen der 3. Loitzer Peeneaale mit dem Projekt „Vereinte Vereine“, welches vom 1.September bis zum 7.September in eine multimediale Großausstellung als Höhepunkt mündete. Die Vorbereitungen für dieses Projekt liefen seit dem Jahr 2010. Sie begannen als die Bundeskulturstiftung das Projekt „Vereinte Vereine“ nach der Ideenskizze von Peter Tucholski für die Förderung zusagte. Im November hat dann der Loitzer Kunstverein die Teilnahme für Stipendiaten an den Bundesdeutschen Hochschulen und ausgewählten Galerien ausgeschrieben. Anfang April entschied sich die Jury für 9 Kandidaten. 14 Loitzer Vereine zeigten Interesse an der Teilnahme. Vom 14.Mai bis zum 16.Mai 2011 fand dann eine Tagung statt, bei der die Künstler und Stipendiaten ihre Vereine kennenlernten. Die Stadt wurde vorgestellt und die Räumlichkeiten präsentiert. Ein zweites Treffen erfolgte dann vom 30.September bis zum 03.Oktober 2011, wo die Künstler ihre ersten Ideen dem Plenum vorstellten.
Dann ging es an die Realisierung der Pläne. Künstler und Vereine lernten sich kennen und arbeiteten an der Umsetzung der Ideen zusammen. Folgendes Programm wurde im September realisiert:

-        Bärbel Rothhaar gemeinsam mit dem Imkerverein, „Bienen-Hotelzimmer“
         im Peter-Tucholski-Haus

-        Haying Xu Strehlow gemeinsam mit dem Verein „Kinder haben keine Bremse“
         in Form einer Drachen Malerei Installation im Künstlerhaus

-        Imke Freiberg gemeinsam mit dem Loitzer Heimatverein mit einem Videoprojekt
         für Handel- und Handwerk in der Peenestraße 8

-        Nicola Dicke gemeinsam mit dem Loitzer Gesangsverein sowie dem Seglerverein,
         durch ein Videoprojekt mit Zeichnungen im Peene-Speicher

-        Thomas Judisch und Caroline Pfaff gemeinsam mit dem Garten- und         
         Kleintierzüchterverein mit einer Installation “I’m no men, I’m a mole #8 im Peter-  
         Tucholski-Haus

Eine Wunderkammerinstallation zu allen Loitzer Vereinen wurde im Künstlerhaus durch Peter Tucholski als künstlerischen Leiter inszeniert. Die Peeneaale wurde am 01.September eröffnet. Zahlreiche Veranstaltungen an den jeweiligen 11 Standorten wurden bis zu diesem Zeitpunkt organisiert. Somit hatte eine große Arbeit des Kunstvereins, die sehr erfolgreich war, ihren Abschluss gefunden.

Darüber hinaus wurden aber auch viele Ausstellungen im Jahr 2012 realisiert und durchgeführt. Das Programm begann mit einer Ausstellung von Martina Stein zu Loitzer Miniaturen. In der traditionellen Pommernstube des ehemaligen Loitzer Schützenhauses wurde eine Sternkartografie unzähliger kleiner Fotografien von Loitzer Motiven installiert. Diese Miniaturen zeigten Häuser, Straßen, Menschen, Bäume, Wiesen, Schaufenster, die Peene, die Brücke, Plätze, Fabriken, Tapeten, Sperrmüll, Fenster, Möbel und viele andere Motive in vielfältigen Aspekten. Diese kleinen Bilder bildeten einen Kosmos Loitzer Erinnerungen. Vom 24.März bis zum 20.Mai fand eine Ausstellung statt, in der Wieland Schmiedel seine künstlerischen Werke bzw. Figuren und Objekte zeigte. Die Eröffnung wurde von Frau Prof. Cornelia von Berswordt Wallrabe vorgenommen. Verschiedene Skulpturen mit Holz und Stein unterschiedlicher Bedeutung wurden vorgestellt.

Vom 26. Mai bis zum 08. Juli fand dann eine Ausstellung mit Klaus Walter zum Thema
>> MARKTHALLE<< statt. Künstlerisch wurde eine Markthalle mit Imbiss, mit

Installationen, mit Leuchtkästen und Malerei nachempfunden. Anlässlich der Ausstellung gab
unser künstlerischer Leiter Peter Tucholski eine Einführung.

Die gesamte künstlerische Arbeit wurde dann mit der Peeneaale und den entsprechenden Nacharbeiten in diesem Jahr abgeschlossen.

Die Auseinandersetzungen um die Arbeit, die Durchführung der Peeneaale und persönliche Befindlichkeiten hatten den alten Vorstand zermürbt. Da sich der Vorstand des Vereins, insbesondere die Vorsitzende mit dem künstlerischen Leiter stark zerstritten hatte und die übrigen Vorstandsmitglieder eine Zusammenarbeit unter diesen Bedingungen nicht mehr mittragen konnten, trat der Vorstand zurück. Es musste ein Neuanfang gemacht werden, der in Form einer Neuwahl realisiert wurde.

Ein neuer Vorstand, bestehend aus dem Vorsitzenden Herrn Peter-Sebastian Lange, dem Geschäftsführer Thoralf Wahl und der Schatzmeisterin Frau Brinkmann wurde gewählt.
Sie sind in das Vereinsregister eingetragen worden.

 

Nachdem am Ende des Jahres 2012 der Kunstverein sich mit einem neuen Vorstand konstituiert hatte, gab es im Jahr 2013 aufgrund der Krankheit von unserem Vorsitzenden Peter-Sebastian Lange, den immensen Aufarbeitungsbedarf für die Peeneaale 2012, dem fast völligen Ausfall unserer Schatzmeisterin und der starken beruflichen Beanspruchung unseres Geschäftsführers zunächst eine Arbeitspause. Leider wurde auch im April dieses Jahres in unser Kunsthaus eingebrochen. Jedoch haben Vorstandssitzungen und Mitgliederversammlungen planmäßig stattgefunden und die Probleme wurden besprochen. Gegen Ende des Jahres wurde eine neue Satzung beschlossen. Unser Verein hatte im Jahr 2013 die Anerkennung der Gemeinnützigkeit verloren, weil dem Finanzamt nicht rechtzeitig Bericht erstattet wurde. Diese haben wir jedoch wieder erhalten. Die Abrechnung des Projektes „Vereinte Vereine“ gegenüber der Bundeskulturstiftung hat viel Arbeit gemacht. Es konnte aber alles zur Zufriedenheit der Bundeskulturstiftung im Bericht dargelegt werden, sodass wir Entlastung erhalten haben.

Höhepunkt unsere Arbeit war eine Ausstellung von dem Künstler Mike Hentz vom 20.09.2013 bis 03.11.2013 im Saal unseres Künstlerhauses. In besonderer Beleuchtung waren 4 große Zelte aus farbig bedruckten Stoffen zu sehen, in denen jeweils eigene Lichtquellen die Zelte wie überdimensionale Laternen erschienen ließen. Man konnte ihre losen Wandbahnen anheben und zur Seite schieben und blickte in einen surreal anmutenden Innenraum (Artikel Jens Rönau). Die Ausstellung war bei ihrer Eröffnung mit 30 bis 40 Personen gut besucht und ein großer Erfolg.

 

Der im Jahr 2008 gegründete Kunstverein Loitz e.V. hatte sich im Jahr 2013 neu aufgestellt.
Ein neuer Vorstand begann seine Arbeit. Der Kunstverein hat die Gemeinnützigkeit wieder erlangt und wurde finanziell durch zinslose Darlehen von Herrn Peter Sebastian Lange wieder auf stabile Füße gestellt.

Im Jahr 2014 fand im April eine Vorstandssitzung statt, auf der die Arbeit neu festgelegt
wurde. Die Öffnung des Kunsthauses, vor allem für die regionalen Künstler und regionale Veranstaltungen wurde beschlossen.

Die über Bürgerarbeit im Kunstverein angestellten Mitarbeiter Manja Müller und Roland Wendt beendeten am 30. Juni ihre Arbeit. Auf Beschluss des Vorstandes wurde Herr Edward Maul als Projektleiter für das Kunsthaus angestellt. Er überwachte, wartete und betrieb nicht nur das Künstlerhaus im Sinne des Vereins, sondern war auch für die Organisation und Durchführung von Veranstaltungen mit verantwortlich.

Zunächst musste das Haus wieder in einen benutzbaren Zustand versetzt werden. Viele Renovierungsarbeiten waren dazu nötig.

Am 04.10. 2014 fand dann in Düvier, in Zusammenarbeit mit Herrn Elgeti, die 4. Bluesnacht statt. Die Bauernstube war von 19:00 Uhr bis Mitternacht Schauplatz einer künstlerischen Bluesveranstaltung mit mehreren Bands. 80 bis 100 Gäste haben an dieser Bluesnacht teilgenommen.

Ein sehr erfolgreiches Konzert hat am 11.Oktober um 19:30 Uhr in unserem Vereinshaus mit der Band Unkenruf stattgefunden. Die Band spielte eine Mischung aus ostdeutschen und westdeutschen Liedermachern, wie Hans Eckhard Wenzel, Gerhard Gundermann, Bodo Wartke und Funny van Dannen. So erzählten sie in ihren eigenen Liedern davon, wie es sich anfühlt auf der Überholspur des Lebens mit Vollgas in Dur und Moll unterwegs zu sein. Daniel Hook mit seiner Band, zu der Alex, Martin und Torsten gehören, haben vor etwa
40 Gästen bis Mitternacht musiziert.

Vom 24.10. bis zum 31.10. fand dann im Künstlerhaus eine Kunstausstellung mit regionalen Künstlern statt. Für die Ausstellung konnten 10 Künstler gewonnen werden. Annegret Kaiser stellte Keramik aus, Frau Köpenick Kalender und Ansichtskarten, Frau Behrendt zeigte Kreide-Wisch-Zeichnungen, Frau Ziemann Filzarbeiten, Frau Steinfurth Acrylgemälde, Frau Lippert Patchwork-Arbeiten und Möbelbemalungen, Frau Warnke Acrylmalerei, Frau Kricheldorf Malerei, Statuen und künstlerisch gestaltete Möbel, Werner Bahls Gemälde von Loitz und Landschaftsgemälde und Frau Winter Filzarbeiten. Eröffnet wurde die Ausstellung mit Gedichten von Jörg Ingo Krause, die er selbst verfasst hatte. Eröffnung und Begrüßung standen ganz im Zeichen der Neuaufstellung unseres Vereins. Die Ausstellung war ein großer Erfolg. Ca. 60 Besucher waren zur Eröffnungsvernissage erschienen. Im Laufe der Woche kamen täglich 5-30 Besucher. Insgesamt waren es 81 Besucher.

 

Zu Beginn des Jahres 2015 wurde durch den Kunstverein, gemeinsam mit Frau Henze, ein Drehbuch für einen Film „70 Jahre Kriegsende in Loitz“ erarbeitet. Dieser Film wurde durch Herrn Manfred Ohlrich produziert. Die Kosten wurden durch die Stadt Loitz getragen.

Zwei Mal wurde der Streifen im Heimatverein der Stadt aufgeführt.  40 bzw. 25 Personen haben an diesen Vorführungen teilgenommen. Herr Pastor Lohse und Herr Dr. Friedrich Winter waren Ehrengäste.
Zum 30.06.2015 musste Herr Maul als Projektleiter für den Kunstverein entlassen werden.

Im Herbst wurde in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Düvier wieder die Bluesnacht in der dortigen ehemaligen Gaststätte durchgeführt. Die Bluesnacht war sowohl in der musikalischen Darbietung als auch von der Besucherzahl her ein großer Erfolg.

Weitere 2 Mitgliederversammlungen wurden durchgeführt. Durch die hohen Kosten bei der Betreibung des Kunsthauses konnten keine weiteren Veranstaltungen durchgeführt werden.

Am 1. April 2016 wurde unser Künstlerhaus auf Beschluss der 17. Mitgliederversammlung versteigert. 

Am 01.07.2016 fand dann die 18. und letzte Mitgliederversammlung des Loitzer Kunstvereins e. V. statt. Fünf verbleibende Mitglieder beschlossen die Liquidation des Loitzer Kunstvereins. Zum Liquidator wurde der Schatzmeister Dr. Johannes Winter bestellt.

Zum Abschluss ist es mir ein Bedürfnis, allen Beteiligen Akteuren des Vereins herzlich zu danken. Eine sehr umfangreiche Arbeit wurde geleistet. Das Schützenhaus konnte weitere

8 Jahre genutzt werden.  Ein besonderer Dank gebührt Herrn Peter-Sebastian Lange, unserem letzten Vorsitzenden. Er leistete nicht nur selbst eine umfangreiche künstlerische Arbeit, sondern hat durch seine Finanzierung nicht nur den Verein vor einer unrühmlichen Pleite bewahrt, sondern ermöglichte unsere Arbeit von 2013 bis 2016. 

 

Dr. J. Winter
Liquidator des

Loitzer Kunstvereins e. V.

 



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